Hub-Senk-Stationen
Vertikaler Transfer für Decken- und Bodenfördersysteme
Hub-Senk-Stationen ermöglichen den vertikalen Ebenenwechsel von Fördergut zwischen verschiedenen Transportebenen. Sie sind unverzichtbarer Bestandteil komplexer Power & Free Anlagen und Hängebahnsysteme und werden in Längs- oder Quertransportausführung eingesetzt. In Kombination mit Weichen und Stoppstellen bilden sie die Grundlage für mehrstöckige Förderanlagen mit flexibler Materialflusssteuerung.
Funktionsprinzip
Hub-Senk-Stationen überbrücken Höhenunterschiede zwischen verschiedenen Förderebenen. Der Laufwagen wird in der oberen oder unteren Ebene von der Förderstrecke entkoppelt, auf eine Hubplattform oder Hubschiene transferiert und anschließend auf die Zielebene gehoben oder gesenkt. Dort wird der Wagen wieder in die Förderstrecke eingeschoben.
Der gesamte Vorgang läuft vollautomatisch ab und wird über die zentrale Anlagensteuerung (SPS) koordiniert. Je nach Ausführung können eine oder mehrere Zwischenpositionen angefahren werden, was mehrstöckige Förderanlagen mit komplexen Materialflüssen ermöglicht.
Antrieb und Mechanik
Für die Auf- und Abbewegung werden in der Regel Kettenzüge oder Gurtzüge eingesetzt. Die Kettenzüge besitzen je zwei Kettenabgänge, die synchron laufen. Die Lastenketten oder Gurte sind geprüft und in hochfester Ausführung.
Je nach Einsatzzweck werden Hub-Senk-Stationen mit oder ohne Vertikalführung ausgestattet. Der Ein- und Ausschub in der oberen oder unteren Position geschieht automatisch mittels elektrischer oder pneumatischer Transfermodule. Jede Hub-Senk-Position kann vom Bedienpersonal angefahren werden.
Für schwere Lasten kommen hydraulische oder elektromechanische Antriebe zum Einsatz. Die Hubgeschwindigkeit und -höhe werden auf die jeweilige Anlagenkonfiguration abgestimmt.
Sicherheitstechnik
Alle Hub-Senk-Stationen verfügen über eine überwachte Vor- und Rücklaufsicherung in der Laufwagen-Hubschiene. Diese verhindert sicher, dass der Wagen während der Hubbewegung aus der Schiene herausfallen kann.
Der Überlastschutz (Rutschkupplung) ist von außen einstellbar. Weitere Sicherheitsmerkmale umfassen Endlagenschalter an allen Hubpositionen, Lichtschranken zur Personenerkennung im Hubbereich, Nothalttaster und eine Absturzsicherung für den Fall eines Kettenbruchs. Die Sicherheitstechnik entspricht den einschlägigen Normen für Hebezeuge und Förderanlagen.
Ausführungsvarianten
Hub-Senk-Stationen sind in verschiedenen Ausführungen für unterschiedliche Anwendungen verfügbar:
- Power & Free im Quertransport – Für lange Traversen, Querverschiebung des Förderguts senkrecht zur Hauptförderrichtung
- Hub-Senk-Station im Längstransport – Standardausführung für kurze bis mittlere Teile, Hubbewegung in Förderrichtung
- Längstransport für lange Teile – Für Teile-Traversen mit großer Länge, spezielle Führungssysteme
- Hängebahn im Längstransport – Für kurze Teile-Traversen in Handhängebahn-Systemen
- Scherenhubtisch – Für automatische Übergabe von Schaltschränken, Stahlschränken und ähnlichen Teilen
- Doppelhubstation – Simultaner Transfer auf zwei Ebenen für höheren Durchsatz
- Dreh-Hub-Station – Kombination aus Drehbewegung und Vertikalhub für komplexe Übergabesituationen
Integration in Förderanlagen
Hub-Senk-Stationen sind zentrale Knotenpunkte in mehrstöckigen Förderanlagen. Typische Integrationsszenarien sind:
Der Transfer zwischen Decken- und Bodenfördersystemen, beispielsweise das Absenken von Werkstücken auf Bodenniveau für ergonomische Montagearbeitsplätze und das anschließende Anheben zurück in das Deckensystem. Die Verbindung verschiedener Gebäudeebenen, etwa der Transport aus der Vorbehandlung im Erdgeschoss in die Lackierung im Obergeschoss. Oder die Anbindung von Pufferlagern auf verschiedenen Ebenen.
In Kombination mit Weichen und Stoppstellen ermöglichen Hub-Senk-Stationen den Aufbau komplexer Materialflusssysteme mit automatischer Sortierung und Sequenzierung.